Geschichte

Der Name Selhof taucht urkundlich erst in den Jahren 1068 und 1095 auf, wiewohl der Ort schon manche Jahre bestanden hatte. Selhofs Entstehung geht in fränkische Zeit zurück. Irgendein fränkischer Großer hat hier einst weite Flächen Landes besessen, in dem er einen Hof baute und seine Hörigen in der Nähe ansiedelte. Sein Hof wurde nach dem Hauptraume, dem Saale, Salhof genannt, und dieser Name ging mit der Zeit auf die ganze Siedlung über.

Martinskapelle

Ebenfalls wohl fränkischen Ursprungs ist die Wahl des Patroziniums, denn mit Vorliebe wählten unsere fränkischen Vorfahren den heiligen Martin zum Schutzpatron. Vielleicht - aber das ist Spekulation- hat schon in fränkischer Zeit ein Martins-Heiligtum in Selhof existiert. Die Martinskapelle, Saatkorn der heutigen Kirchengemeinde, wird erst viel später erwähnt. Um 1451 ist in Selhof eine Kirmes um Martin bekannt, dies setzt das Vorhandensein einer Martinskapelle voraus.

1710 bestand eine hölzerne, wohl in Fachwerk errichtete Kapelle, an der 1735 ein Steinbau angebaut wurde. Über die Stifter geben uns einige Inschriften Auskunft. Um den Kapellenbau müssen sich vornehmlich Bergleute bemüht haben, die damals in der Erzgrube St. Josephsberg (heute Virneberg) oberhalb Rgheinbreitbachs beschäftigt waren. Trägt doch der Schlussstein über dem Portal neben der Jahreszahl 1735 die Zunftzeichen der Bergleute, Hammer und Schlegel. An Stelle des hölzernen Teils der Kapelle trat 1762 ein gemauerter Chor, doch die endgültige Fertigstellung zog sich noch lange hin.

Erst 1773 konnte die kirchliche Benediktion der Kapelle vorgenommen werden. Vermutlich erlitt die Kapelle auch beim großen Selhofer Brand 1784 große Schäden, den 1799 beschloss man einen Neubau der Kapelle. Auch in den folgenden Jahrhunderten waren immer wieder größere und kleinere Reperaturen notwendig, die letzte große Restaurierung wurde 1970 durchgeführt.

Heute wird die Kapelle gern für besondere Anlässe und Betstunden, z.B für die Friedensgebete genutzt.

Gabelkreuz

Aus der Kapelle stammt auch das Gabelkreuz, obwohl das Kreuz selbst sehr viel älter ist, als der heutige Kapellenbau. Das Kreuz stammt aus der zweiten Hälfte des 14 Jhd, heute hat es seinen Ehrenplatz in der Pfarrkirche gefunden. Nachdem es lange - jeder Witteruung ausgesetzt - an der Choraußenwand gestanden hatte, brachte man es in einer Nische des Kapellenturmes unter und holte es schließlich in die erste Pfarrkirche.

Bei der Restaurierung des Kruzifixus stieß man nach Abnahme aller Übermalungen auf eine Fassung, die man zunächst für die originale hielt. Später kamen dann Reste einer noch älteren Fassung zum Vorschein. Diese wies jedoch starke Kratzspuren auf, die klar erkennen ließen, dass diese Fassung vor der Aufbringung er zweiten stark abgearbeitet worden war. Man hat dann die zweite Fassung wiederhergestellt.

In einer Höhlung im Rücken des Kruzefixus fand sich eine Anzahl von Reliquien, die durch beigegebenen Zettel beschriftet waren. Es sind dies sämtlich sog. Heilig-Land-Reliquien, also Sekundärreliquien heiliger Orte und Gegenstände aus dem Heiligen Land. Diese kommen seit den Kreuzzügen im Westen vor, wurden aber auch noch später von Pilgern im heiligen Land erworben.

Die eigenen Kirche

Kirchenrechtlich gehörte Selhof ursprünglich zur Pfarrei St. Johann Baptist in Honnef. Die Bemühungen um eine eigenen Kirche und die damit verbundenen kirchliche Selbstständigkeit als Pfarrei gipfelten am 31. 5. 1932 in der Grundsteinlegung für die erste Kirche.

Die feierliche Konsekration fand am 18. Mai 1933 statt. Lange konnte sich die Gemeinde jedoch nicht an ihrem Gotteshaus erfreuen, schon einige Jahre später zeigten sich erhebliche Schäden an der Kirche durch Risse im Mauerwerk und Verwerfungen des Bodens. Man beobachtete die Schäden und sann auf Abhilfe, da man gleichzeitig die Kirche vergrößern wollte, war eine Reperatur des Gotteshauses nicht mehr wirtschaftlich und man entschloss sich 1962 zum Neubau. 1966 wurde die alte Kirche abgerissen am 31. Augusrt 1968 konnte dann die neue heutige Kirche eingeweiht werden.

P.s.

Die Informationen dieser Seite wurden der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der St. Martin Gemeinde entnommen. Für geschichtlich Interessierte bietet dieses kleine Heft noch viele weitergehende Informationen zur Gemeinde St. Martin.